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7 Trends, die jeder Mitarbeiter eines Reisebüros kennen sollte

Der Jahreswechsel regt Unternehmer und Geschäftsführer zur Planung an. Was muss passieren, damit 2017 besser wird als 2016? Ich werfe einen Blick auf die großen Trends des nächsten Jahres.

In über 25 Jahren in der Reisebranche habe ich viel „Neues“ gesehen: neue Geschäftsmodelle, Entwicklungen und Technologien. Sie sollten alles verändern, konnten aber nur selten halten, was sie versprochen haben.

Ob das auch für diese sieben Trends gilt? Wir werden sehen.

1. Reisebüros müssen ihr Profil schärfen

Der Wettkampf um die Buchungen deutscher Urlauber tobt. Wer sich nicht absetzt, verliert. Wichtig ist eine eindeutige Antwort auf die Frage nach dem Besonderen: dem Alleinstellungsmerkmal. Reisebüros müssen diese Besonderheit an allen Kontaktpunkten kommunizieren: auf ihrer Website, im Geschäft, im Kundengespräch. Inhaber müssen das Profil ihres Unternehmens schärfen und eine Antwort auf die alles entscheidende Frage finden: Warum sollten potenzielle Kunden gerade in meinem Reisebüro buchen?

2. Reisebüros schlüpfen in die Rolle des Veranstalters

Das Profil eines Unternehmens geht Hand in Hand mit seinen Angeboten. Reisebüros müssen auch hier aus der Masse herausstechen, um zu wachsen. Keine Frage, das klassische Vermittlungsgeschäft bleibt Rückgrat der Reisebüros. Es lohnt aber, abseits von Familien- und Pauschalreisen sowie Kreuzfahren in die Rolle des Veranstalters zu schlüpfen und individuellere Reisekonzepte anzubieten, zum Beispiel Erlebnis- oder Sportreisen. Wenn rund 25 Prozent des Umsatzes auf diesem Spezialwissen basieren, profitiert das ganze Unternehmen. Zu den wichtigsten Vorteilen gehören eine größere Kundenbindung sowie höhere Margen.

3. Reisebüros müssen Kundendaten sammeln

Kundendaten sind der Schlüssel zum Vertriebserfolg eines Reisebüros. Abseits der gängigen Kontakt- und Adressdaten sind nicht nur Informationen zu Bedürfnissen (bspw. „Abenteuertyp“) und Reisewünschen (bspw. „Balearen) wichtig, sondern sämtliche Kundendaten zu Interessensgebieten und dem Konsumverhalten. Wenn sie zentral gespeichert und digital nutzbar gemacht werden, können Reisebüros unabhängig von schlecht planbarer Laufkundschaft kanalübergreifend effektive Vertriebsaktivitäten nutzen. Wer damit noch nicht begonnen hat, sollte 2017 aufs Gaspedal steigen.

4. Die Verknüpfung von Online- und Offlinekanälen nimmt zu

Die digitale Revolution hat die Reisebranche längst erreicht. Smartphones und soziale Netzwerke verändern das Kundenverhalten, ermöglichen aber auch eine intensivere Kundenbindung. Eine mobile Version der eigenen Website oder ein responsives Design sind unabdingbar. Digitale Vertriebswege über „Google My Business“ sowie soziale Netzwerke wie Facebook und Instagram bieten Potenzial. Parallel ziehen neue Technologien wie „Virtual Reality“ und „Digital Signage“ ins Reisebüro ein. Sie ermöglichen neue Arten der Angebotspräsentation und eine einzigartige Interaktion mit dem Kunden. Sich dieser Entwicklungen und ihrer Konsequenzen bewusst zu werden, wird immer wichtiger.

5. Neue Rahmenbedingungen auf EU-Ebene

Die branchenweite Diskussion über die Pauschalreiserichtlinie hält an. Sie wird 2018 in Kraft treten, soviel steht fest. Die rechtlichen Vorbereitungen darauf sollten Reisebüros 2017 starten. Sich frühzeitig damit auseinanderzusetzen, gibt Sicherheit und die Gewissheit: „Letztlich ist das alles halb so wild.“ Als Berater erkenne ich viele Parallelen zum Unternehmensverkauf. Wer sich frühzeitig darum kümmert, profitiert.

6. Das Sicherheitsgefühl wird zum Verkaufsargument

Angst war 2016 ein großes Thema – nicht erst seit dem Anschlag in Berlin. Kunden vor, während und nach der Reise das Gefühl von Sicherheit zu geben, wird deshalb immer wichtiger. Das gilt vor allem für Auslands- und Geschäftsreisen, hat aber weitere Implikationen. Ein sich bereits abzeichnender Trend sind etwa erdgebundene Reisen. Sie werden weiter zunehmen. Dass sich Reisebüros auch in diesem Bereich als Dienstleister positionieren, ist essentiell.

7. Mitarbeiter sind Schlüsselfiguren des Unternehmenserfolgs

Mit einem klaren Profil gehen klare Versprechen einher. Sie wirken sich nicht nur auf Kunden, sondern auch auf Mitarbeiter aus. Eine klare Positionierung gegenüber dieser sehr speziellen Zielgruppe wird in den kommenden Jahren wichtiger. Nicht nur, weil in kleinen Unternehmen großen Einfluss auf den Erfolg eines Geschäftsjahres haben, sondern auch, weil ihre Bedeutung als Bindeglied zwischen Kunde und Unternehmen zunimmt. Die Motivation und Weiterbildung von Mitarbeitern wird zum Schlüssel des Erfolgs.

Und nun?

In den nächsten Wochen beleuchten wir einige dieser sieben Trends noch einmal im Detail. Wenn Sie mögen, halten wir sie darüber gerne auf dem Laufenden. Melden Sie sich hierzu einfach auf dieser Website an. Bei Fragen zu den sieben Trends oder ihrer eigenen Prognose, freue ich mich über eine E-Mail.