ehrich und kollegen
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Wie sie Mitarbeiter ihres Reisebüros motivieren

Wenn gute Mitarbeiter ein Reisebüro verlassen, hinterlässt das Spuren. Vor allem kleine Unternehmen leiden unter diesen Verlusten. Sie zu vermeiden, hat deshalb höchste Priorität. In unserer Trendprognose heißt es: „Die Motivation und Weiterbildung von Mitarbeitern wird 2017 zum Schlüssel des Erfolgs.“ Doch wie genau motiviert man?

Die Unterschiede zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation

Motivation gibt es in zwei Variationen: intrinsische und extrinsische Motivation. Intrinsische Motivation für eine Handlung entsteht aus der Handlung selbst. Sie macht Spaß, ist sinnvoll oder herausfordernd. Mit anderen Worten: Sie hat einen Sinn. Extrinsische Motivation entsteht aufgrund externer Faktoren, allen voran Geld.

In den letzten Jahren haben viele Firmen erkannt, dass intrinsische Faktoren eine besondere Bedeutung haben. Begeisterung für die eigene Berufung motiviert – viel mehr, als eine Bonuszahlung. Das belegen auch zahlreiche Studien. Die Beratungsfirma Hay Group hat 2012 gemeinsam mit der Jobbörse Stepstone über 18.000 Mitarbeiter befragt. Eine der Fragen lautete: Was würde dich zur Kündigung bewegen?

Die Teilnehmer trafen klare Aussagen. Auf den ersten drei Positionen standen weiche Faktoren: Besonders negativ wurde ein schlechtes Arbeitsklima bewertet, dicht gefolgt von einem „Job, der mir keinen Spaß macht“. An dritter Stelle stand die „Führungskraft, die mich nicht fördert und unfair behandelt“. Erst danach folgte ein zu niedriges Gehalt. Ähnliche Ergebnisse liefert auch eine Umfrage der Plattform Statista. Der Faktor Gehalt steht als Motivator erst an dritter Stelle – hinter netten Kollegen und einer spannenden Aufgabe.

Die wichtigsten Treiber von Motivation

Jörg Ristau hat dieses Prinzip auf Reisebüros übertragen. Der Coach und Berater erklärt: „Noch vor wenigen Jahren waren extrinsische Motivatoren die wichtigsten Treiber, darunter etwa kostenlose Inforeisen. Heute sind es mehr und mehr, vor allem bei jüngeren Mitarbeitern, die intrinsischen Motivatoren, wie Sinn, Spaß bei der Arbeit, eine gute Feedback-Kultur und die Möglichkeit, sich persönlich weiterzuentwickeln. Die größte Motivation entsteht dort, wo Mitarbeiter gemeinsame, große, sinnstiftende Ziele haben.“

„Zuhören, Mitdenken und Fürsorge betreiben“, zählt auch Tourismusexpertin und Unternehmensberaterin Claudia Freimuth zu den wichtigsten Motivationstreibern. Sie empfiehlt Inhabern von Reisebüros, „Mitarbeiter in die Ideen, Gedanken, Prozesse, Planungen und Vorhaben einzubinden“. Erst dadurch werden Mitarbeiter auch zu „Mit-Arbeitern“.

Die Tipps von Ristau und Freimuth motivieren Mitarbeiter direkt, aber auch indirekt. Denn wer sie konsequent einhält, schafft eine gute Unternehmenskultur. Laut Ristau steht dieser Begriff in erster Linie für den Umgang miteinander. Grundlage sei „ein echtes Vertrauensverhältnis untereinander und zwischen Führungskraft und Mitarbeiter“. Seiner Meinung nach „gibt es nichts, was Menschen mehr miteinander verbindet, zu Vertrauten macht, als gemeinsame, sinnstiftende Ziele.“

Wie Inhaber eine gute Unternehmenskultur etablieren

„Wer ein Reisebüro betreibt, wer Führungskraft ist, sollte nicht nur Experte für sein Fachthema sein, sondern sich auch für seine Mitarbeiter als Menschen interessieren.“ Arbeitet er auf Augenhöhe, entwickelt mit ihnen gemeinsame Ziele und übergibt Verantwortung, entstehe zusätzliche, intrinsische Motivation. Ristau erinnert: „Da Vertrauen keine Einbahnstraße ist, sollte eine Führungskraft sich auch als Mensch öffnen.“

Gelingt das Unterfangen, profitiert die ganze Unternehmung. Alle Mitarbeiter sprechen die gleiche Sprache – sowohl im Team, als auch mit Kunden. Das Reisebüro steht für etwas ein und kommuniziert eine einheitliche Nachricht, es lässt sich besser einordnen. Was entsteht, ist eine Marke. Sie in die Welt zu tragen, gelingt ebenfalls durch motivierte Mitarbeiter. Wie Reisebüros in diesem Prozess auch soziale Medien zum Einsatz bringen, haben wir bereits an anderer Stelle erläutert.